Wird auf der Webseite der Beratungsstellen gezeigt

Pendlerpauschale richtig absetzen

Das Finanzamt akzeptiert als Berechnungsgrundlage für die Kilometer nur den kürzesten Weg von der eigenen Wohnung zur Arbeit. Ein Umweg wird nur anerkannt, wenn er verkehrsgünstiger ist und man dadurch Zeit spart. Auch Eheleute und Lebenspartner können ihre Fahrtkosten mit der Pendlerpauschale jeweils einzeln absetzen, wenn sie gemeinsam zur Arbeit fahren.

Fristverlängerungen Steuererklärungen 2020-2024

Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestags hat im Zuge des 4. Corona-Steuerhilfegesetzes weitreichende Fristverlängerungen für die Steuererklärungen der Jahre 2020 bis 2024 beschlossen.

Grund für die Fristverlängerung sind die Corona-Wirtschaftshilfen und die Umsetzung der Grundsteuerreform.

Folgende Fristverlängerungen wurden beschlossen:

VeranlagungszeitraumAbgabefrist für beratene Steuerpflichtige
202031.8.2022
202131.8.2023
202231.7.2024
202331.5.2025
202430.4.2026

 

Thailand und Kälteallodynie

Die Angabe „in tropischem Klima“ in einem amtsärztlichen Attest reicht zur Bestimmung des Kurorts nicht aus mit der Folge, dass Kosten für die Überwinterung eines an Kälteallodynie Leidenden in Thailand nicht als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sind.
Dies hat das Finanzgericht Münster entschieden. Das Gericht hat ausgeführt, dass Aufwendungen für eine der Behandlung einer Krankheit dienende Reise nur dann als zwangsläufige außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen seien, wenn die Reise zur Heilung oder Linderung der Krankheit nachweislich notwendig und eine andere Behandlung nicht oder kaum erfolgversprechend sei. Die Zwangsläufigkeit einer Klimakur sei formalisiert durch ein vor Beginn der Heilmaßnahme ausgestelltes amtsärztliches Gutachten oder eine vorherige ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung nachzuweisen.
Der vom Kläger eingereichte amtsärztliche Nachweis entspreche diesen Anforderungen nicht.
Schließlich seien die Aufwendungen auch nicht nach § 35a EStG als haushaltsnahe Dienstleistungen abzugsfähig, da nur in der Europäischen Union belegene Haushalte begünstigt seien und der Kläger die Kosten für den „Maid Service“ in bar erbracht habe.

Rentenerhöhung und Steuererklärung

Das dickste Rentenplus hat die Bundesregierung den Ruheständlern beschert, seit es die Rentenversicherung gibt.
Das Anheben der Renten folgt zwar einem Jahr mit minimaler Erhöhung und auch die Lebenshaltungskosten sind enorm gestiegen, kann aber trotzdem bei vielen Rentnern zu einem höheren zu versteuernden Einkommen führen. Knackpunkt ist also das zu versteuernde Einkommen in Zusammenhang mit der Rentenbesteuerung. Diese wurde grundlegend geändert.
Seit 2005 steigt der steuerpflichtige Teil für jedes Jahr des Renteneintritts. Der steuerfreie Teil wird im ersten vollen Jahr der Rentenzahlung festgeschrieben. Erhöhungen in den Folgejahren wirken sich deshalb immer voll und nicht nur zum Teil aus. Und obwohl auch der Grundfreibetrag für 2022 auf 10.347 € rückwirkend angehoben wurde, trifft es immer mehr Rentner/innen, bei denen Einkommensteuer anfällt. Auch wird ein höherer Anteil der Neurentner/innen in die Steuerpflicht fallen, denn diese starten 2022 mit einem Besteuerungsanteil von 82 %.
Auch wer bisher mit Rente keine Steuererklärung abgeben musste, sollte daher seine einkommensteuerliche Situation im Blick haben und ggf. überprüfen.

Steuerpflicht und Wohnsitz

Steuerpflichtige sind mit sämtlichen Einkünften weltweit in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie im Inland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben.
Liegt eine Wohnung im Inland vor, spielt es keine Rolle, wie lange oder oft sich jemand dort aufhält. Voraussetzung ist, dass er eine Wohnung innehaben muss.
Eine Arbeitnehmerin hatte in Deutschland eine Wohnung mit 69 qm gemietet. Tätig war sie für ein Schweizer Unternehmen in der Republik Kongo. Deshalb wollte sie sich in Deutschland von der Steuerpflicht befreien lassen. Das Finanzamt lehnte ihren Antrag ab und führte eine Besteuerung durch.
Auch eine eingereichte Klage nach dem erfolglosen Einspruchsverfahren führte nicht zum gewünschten Erfolg. Dass sie im Streitjahr lediglich gute fünf Wochen in der Wohnung war, spielte keine Rolle. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass ein Wohnsitz vorlag, denn die Wohnung war subjektiv für die jederzeitige Nutzung der Klägerin bestimmt. Es widersprach auch dem Argument, es könne nur ein Ferienquartier vorliegen, da ein über dreiwöchiger Aufenthalt bereits gegen ein Feriendomizil spricht.
Deutschland versteuerte somit die Arbeitseinkünfte zu Recht, denn es lag auch kein Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Kongo vor und die Voraussetzungen für die Anwendung des Auslandstätigkeitserlass waren nicht gegeben, da die Arbeitgeberin ihren Firmensitz in der Schweiz hatte.

Entwurf: Energiepauschale

Die Energiepreise steigen, die Regierung möchte die Bürgerinnen und Bürger finanziell entlasten. Geplant ist eine Energiepauschale, eine Absenkung der Preise für Benzin und Diesel sowie ein vergünstigtes Ticket für Bus und Bahn. Wann können wir mit den finanziellen Erleichterungen rechnen? Denn auch wenn es in der Presse zum Teil anders dargestellt wird: Bisher handelt es sich nur um Pläne, nicht um fertige, gültige gesetzliche Regelungen!
Langtext:
Die Energiepreise steigen, die Regierung möchte die Bürgerinnen und Bürger finanziell entlasten. Geplant ist eine Energiepauschale, eine Absenkung der Preise für Benzin und Diesel sowie ein vergünstigtes Ticket für Bus und Bahn. Wann können wir mit den finanziellen Erleichterungen rechnen? Denn auch wenn es in der Presse zum Teil anders dargestellt wird: Bisher handelt es sich nur um Pläne, nicht um fertige, gültige gesetzliche Regelungen!
300 Euro Energiepauschale 2022
Allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen der Steuerklassen 1 bis 5 soll noch im Jahr 2022 einmalig eine Energiepreispauschale (EPP) in Höhe von 300 Euro als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt werden. Stichtag ist hierfür der 1.9.2022: An diesem Tag muss das Arbeitsverhältnis bestehen.
Die Energiepreispauschale soll unabhängig von den geltenden steuerlichen Regelungen (Pendlerpauschale bzw. Entfernungspauschale, Mobilitätsprämie, steuerfreie Arbeitgebererstattungen, Job-Ticket) zusätzlich gewährt werden.
Als die Einschränkung des Empfängerkreises – sozialversicherungspflichtig beschäftigte, einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige – bekannt wurde, wurde im gleichen Moment Kritik geübt. Denn Arbeitslose, Minijobber und Rentner würden dabei leer ausgehen.
Für Arbeitslose scheint es noch keine Änderung zu geben, pauschal besteuerte kurzfristig Beschäftigte können aufatmen und Rentner haben eine Chance – wenn sie körperlich noch fit sind.
Allerdings: Rentner werden nach wie vor nicht bei den Empfängern der Energiepreispauschale genannt.
Rüstige Rentner können aber über einen Umweg an die Energiepreispauschale kommen – wenn sie (vorübergehend) einer Beschäftigung nachgehen.
Nehmen Sie z. B. für zwei oder drei Monate einen Minijob an. Hierbei reicht es, wenn Sie zweimal die Woche zwei Stunden arbeiten, um die Energiepreispauschale zu erhalten.
Denn inzwischen hat das Bundesministerium der Finanzen in einer Mitteilung vom 27.4.2022 erklärt, dass auch geringfügig Beschäftigte von der Energiepauschale profitieren werden. Das bedeutet, dass sowohl Minijobber (450-Euro-Job) als auch sogenannte »kurzfristig Beschäftigte« die Energiepauschale erhalten.
Denken Sie dabei an den Stichtag 1.9.2022: An diesem Tag muss das Arbeitsverhältnis bestehen.
Auszahlung und Versteuerung der Energiepreispauschale
Die Pauschale soll der Einkommensteuer unterliegen, je nach Steuersatz kommt also netto entsprechend weniger bei den Empfängern an.
• Bei Arbeitnehmern soll die Auszahlung über die Lohnabrechnung des Arbeitgebers bzw. des Dienstherrn erfolgen. Da sie später in der Steuererklärung für 2022 angegeben und versteuert werden muss, könnten alle Arbeitnehmer verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben.
Die Bürger sollen die Energiepauschale 2022 laut Beschlusspapier »schnell« erhalten – allerdings muss überhaupt erst einmal die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden. Zuständig dafür ist das Arbeitsministerium unter Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Angestrebt wird auf jeden Fall eine Auszahlung noch in diesem Jahr, bei Arbeitnehmern voraussichtlich mit dem September-Gehalt oder dem Oktober-Gehalt.
Gelegentlich liest man auch von einer Auszahlung erst im Mai 2023.

Alles weitere zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Artikel Steuerentlastungsgesetz 2022.

Abgeltungssteuer verfassungswidrig

Für Kapitaleinkünfte gilt seit 2009 bis auf wenige Ausnahmen die Abgeltungssteuer mit einem besonderen Steuersatz von 25 %. Die auszahlenden Stellen sind zum Einbehalt und zur Abführung der Kapitalertragssteuer Ihrer Gläubiger verpflichtet. Die Kapitalerträge werden unabhängig vom persönlichen Steuersatz mit 25 % versteuert.

Das Niedersächsische Finanzgericht hält die Abgeltungswirkung nun für verfassungswidrig, da sie gegen den Gleichheitsgrundsatz gem. Art. 3 GG verstoße. Anlass war eine Klage eines Versicherungsvertreters, dessen persönlicher Steuersatz in den Streitjahren mehr als 25 % betrug.
Nach einer Betriebsprüfung, die eine Erhöhung seiner gewerblichen Einkünfte durch Provisionen zur Folge hatte, erfolgte die Klage durch den Versicherungsvertreter. Er vertrat die Meinung, dass ihm die Provisionseinnahmen fälschlicherweise zugerechnet wurden, und außerdem verlangte er den Ansatz des Sparer-Pauschbetrags auf seine Kapitalerträge, die mit dem Sondertarif mit 25 % besteuert wurden.
Dies sah das Finanzgericht zwar ebenfalls so, störte sich aber daran, dass trotz höherem Steuersatz die Kapitalerträge, die aus verschiedenen verdeckten Gewinnausschüttungen und Zinsen erzielt wurden, lediglich mit 25 % versteuert wurden. Aufgrund der Ungleichbehandlung im Vergleich mit Steuerpflichtigen, die zwingend den persönlichen Steuersatz mit bis zu 45 % anwenden müssen, hat das Gericht das Klageverfahren ausgesetzt und das Bundesverfassungsgericht angerufen, welches nun über die Verfassungswidrigkeit entscheiden muss.

Unterhaltsaufwendungen Ausland als agB

Das BMF hat ein Schreiben zur Berücksichtigung von Aufwendungen für den Unterhalt von Personen im Ausland als außergewöhnliche Belastung nach § 33a Abs. 1 EStG veröffentlicht (BMF, Schreiben v. 6.4.2022).
Das Schreiben enthält Ausführungen zu folgenden Punkten:
Unterhaltsempfänger
Feststellungslast / Beweisgrundsätze / Erhöhte Mitwirkungspflicht und Beweisvorsorge des Steuerpflichtigen
Allgemeiner Grundsatz zur Nachweiserbringung
Nachweis der Unterhaltsbedürftigkeit / Unterhaltserklärung
Aufteilung einheitlicher Unterhaltsleistungen auf mehrere Personen
Unterstützung durch mehrere Personen
Zeitanteilige Ermäßigung des Höchstbetrags
Anrechnung eigener Bezüge der unterhaltenen Personen
Abzugsbeschränkungen
Anwendungsregelung
Die vorstehenden Grundsätze gelten für alle offenen Fälle und ersetzen das BMF, Schreiben v. 7.6.2010.

Gebäude schneller abschreiben

Die Gebäudeabschreibung erfolgt steuerlich mit typisierter Nutzungsdauer. Dabei kommt es darauf an, um welches Gebäude es sich handelt. Grundsätzlich kommt aktuell nur noch die lineare Gebäudeabschreibung in Frage. Eine degressive AfA ist hingegen nur noch bei laufenden Altfällen zu finden.
Für Gebäude, die sich nicht in einem Betriebsvermögen befinden beträgt der typisierte AfA Satz 2 % bei einer Nutzungsdauer von 50 Jahren. Wurde das Gebäude vor dem 01.01.1925 fertig gestellt gilt stattdessen eine Nutzungsdauer von 40 Jahren bei einem AfA Satz von 2,5 %.
Eine Abweichung von der typisierten Nutzungsdauer ist allerdings möglich, wenn die tatsächliche Nutzungsdauer des Gebäudes kürzer ist. In dem Fall darf die Abschreibung über die kürzere Nutzungsdauer erfolgen. Der Gebäudeeigentümer profitiert vom tatsächlich höheren AfA-Satz und einem höheren AfA-Betrag.

Pflegepauschbetrag neu geregelt

Für die Abgeltung von pflegebedingten Aufwendungen haben Steuerpflichtige grundsätzlich ein Wahlrecht zwischen dem Ansatz der tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung mit zumutbarer Belastung oder der Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrags.
Statt den bisherigen 924 € für die Pflege hilfloser Personen können ab 2021 Pauschbeträge berücksichtigt werden, welche nach Pflegegrad gestaffelt sind. Der Pauschbetrag wird nun schon ab einem Pflegegrad 2 mit 600 € gewährt. Bei Pflegegrad 3 beträgt er 1.100 € und ab Pflegegrad 4 bzw. für die Pflege hilfloser Personen erhöht er sich nochmals auf 1.800 €.
Voraussetzung für den Abzug ist die Angabe der Identifikationsnummer der gepflegten Person. Außerdem muss der Pauschbetrag aufgeteilt werden, sofern mehrere Personen die Pflege übernehmen.