Krankenkassen und Sonderkündigungsrecht

Der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 14,6 %. Hinzu kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag. Schlugen die Kassen für 2022 durchschnittlich 1,3 % hinzu, soll der Aufschlag in 2023 bei durchschnittlich 1,6 % liegen, um die finanzielle Belastung der Krankenkassen abzumildern. Beschäftigte tragen vom Gesamtbeitrag die Hälfte.
So kommt zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten in 2023 oft noch ein höherer Krankenversicherungsbeitrag. Die Krankenkassen können allerdings eigenständig über die Höhe und den Zeitpunkt der Beitragssatzanhebung entscheiden. Zum 01.01.2023 haben viele Krankenkassen bereits eine Erhöhung durchgeführt. Was viele nicht wissen: Befristet bis zum 30.06.2023 müssen die Krankenkassen ihre Versicherten nicht über die Beitragserhöhung informieren. War man als Kassenmitglied bisher durch eine Mitteilung auf der sicheren Seite, muss man sich jetzt selbst bei seiner Kasse informieren, um am Ende des Monats keine unerwartete Überraschung zu erleben.
Das Sonderkündigungsrecht gilt trotzdem. Unabhängig vom Zeitpunkt des letzten Kassenwechsels können Pflichtversicherte bis zum Ende des Monats kündigen, in dem die Krankenkasse den Zusatzbeitrag angehoben hat. Der Wechsel funktioniert seit 2021 besonders bequem. Nach einer Anmeldung bei der neuen Wunschkasse, kümmert diese sich um die Abwicklung mit der bisherigen Krankenkasse. Bis zur Versicherung bei der neuen Kasse ist noch eine Frist von zwei Monaten einzuhalten, bis zu dieser Zeit muss allerdings auch der höhere Zusatzbeitrag gezahlt werden. Wer sein Sonderkündigungsrecht verpasst, kann immer noch unter Einhaltung der normalen Kündigungsfrist von zwei Monaten wechseln. In diesem Fall muss jedoch eine 12-monatige Versicherungszeit eingehalten werden.