Private Pflege-WG absetzbar

Ist der Aufwand für die Unterbringung eines Schwerbehinderten in einer privaten Pflegewohngemeinschaft als außergewöhnliche Belastung berücksichtigungsfähig?

Mit dieser Frage muss sich nun der Bundesfinanzhof beschäftigen. Weil die Ehefrau ihren nach einem Motorradunfall und einer folgenden zunächst unerkannten Tumorerklärung schwer behinderten Mann nicht mehr selbst pflegen konnte, brachte sie ihn in einer privaten Pflege-WG unter. Die Aufwendungen, die für Miete und Verpflegung angefallen waren, wurden in der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht. Das Finanzamt strich den Ansatz, weil der Betroffene nicht in einem Heim, sondern in einer privaten Wohngemeinschaft untergebracht war.
Das Finanzgericht Köln, das den Sachverhalt im Klageverfahren prüfte, entschied anders und ließ den Abzug als außergewöhnliche Belastung zu. Es hatte weder Zweifel daran, dass die Unterbringung außergewöhnlich und zwangsläufig war noch daran, dass die Aufwendungen nicht angemessen sein könnten oder dass die vom Gesetzgeber zulässig Unterbringung in einer WG einen Unterschied zur Heimunterbringung darstellte.
Im Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof muss nun über den Fall erneut entschieden werden (Az. IV R 40/20).